Streuobstwiesen

Kennen Sie den Spitzrabau, Berlepsch oder Wiesenbacher Gänsgartenapfel? In Deutschland gibt es etwa 2.000 Apfelsorten – viele davon perfekt an die lokalen Klimaverhältnisse angepasst. Streuobstwiesen bewahren die jahrhundertealten Sorten und eine fast vergessene Geschmacksvielfalt.

Am Fuße der Bäume herrscht mit Margeriten, Glockenblumen, Pippau, Wilder Möhre, Wiesensalbei und anderen Wildkräutern ein großer Artenreichtum.

Eine einzigartige Tierwelt ist hier heimisch. In Gräsern und Blütenpflanzen finden Käfer, Wild- und Honigbienen Nahrung und Lebensraum. Am Stamm und in den Kronen der Bäume tummeln sich Siebenschläfer, Fledermaus, Steinkauz oder Gartenrotschwanz.

Vielfalt in Gefahr

Ab den 1960er Jahren galten Streuobstwiesen als wirtschaftlich unrentabel. Ihre Rodung für Obstplantagen und Bauland wurde sogar staatlich gefördert. Erst Ende der 1970er Jahren begann das Umdenken.

Fehlende Pflege ist heute eine Gefahr für viele Obstbaumwiesen. Ohne den richtigen Schnitt treiben die Bäume nicht mehr aus. Sie vergreisen, werden morsch und brechen zusammen. 

Obstbäume haben eine begrenzte Lebensdauer. Jungbäume halten Streuobstwiesen am Leben und verhindern den Schwund alter Hochstammsorten.